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PAB " Prevente A Bite"

 

PAB – Prevent a Bite (Programm zur Verhütung von Hundebissen)


Kinder sind von Beissunfällen mit Hunden besonders betroffen: Sie werden doppelt so oft gebissen, wie Erwachsene. Weil sie kleiner sind, werden sie oft im Gesicht gebissen, was dauerhafte köperliche und seelische Narben hinterlässt.

Eine Sensibilisierung von Hunden und Hundehaltern ist von fundamentaler Wichtigkeit. Daneben muss jedoch auch den Kindern gezeigt werden, wie man richtig auf Hunde zugeht. Denn die meisten Beissunfälle passieren dann, wenn ein Kind auf einen Hund zugeht, um mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Um diese Art Unfälle zu verhindern, entwickelte der Engländer John Uncle in der 1990er Jahren das Programm « Prevent a bite », das sich an Schulkinder richtet. 2003 wurde es unter dem Namen « Prévention des accidents par morsure de chiens PAM » ans Schweizerische Schulsystem angepasst und in Neuenburg mit Kindern von Kindergarten- bis 2. Klasse durchgeführt.

Was ist das PAM?

Das Programm zur Verhütung von Hundebissen PAM wird im Kanton Neuenburg mit Kindern von 6 bis 8 Jahren durchgeführt. Zwei Ziele stehen dabei im Mittelpunkt:

a)    was man tun soll :

§   die goldenen Regeln wenn ein Hund anzugreifen droht oder angreift :

§ nicht rennen, ruhig stehen bleiben

§ nicht mit den Armen fuchteln, Arme kreuzen

§ nicht schreien, still sein

§ dem Hund nicht in die Augen schauen, Kopf weg drehen

§ fallen lassen, was man in den Händen hält, wenn ein abgeleinter Hund es haben will

§ den Besitzer fragen, bevor man den Hund streichelt oder anfasst

§ wie man einen Hund anfasst und streichelt

 

b)    was man nicht tun soll:

§   sich einem angeleinten Hund nähern, wenn der Besitzer nicht dabei ist

§   einen Hund stören oder ärgern, wenn er schläft, an seinem Schlafplatz ist oder gerade isst

 

Wer steht hinter dem PAM?

Das Programm zur Verhütung von Hundebissen PAM ist dem kantonalen Veterinäramt unterstellt. Es besteht aus zwei Gruppen mit je vier Personen und ihren Hunden, hinzu kommt je ein/e Stellvertreter/in mit Hund. Insgesamt gehören also 10 Ausbildnerinnen mit ihren Hunden zum Neuenburger PAM.

Die Erzieherinnen des PAM wurde ausgewählt, weil sie das Verhalten von Hunden gut kennen, gut mit Kindern umgehen und die verschiedenen Rollen der Schulungen darstellen können. Ihre spezifische Ausbildung dauerte 10 Halbtage. Dabei lernen sie, mit allen Hunden des Programmes zu interagieren, so dass sie in Notfällen oder Stresssituationen eingreifen können. Sie lernen auch, die Sprache des Hundes zu entziffern, vor allem, wenn er gestresst ist, und ihn zu beruhigen.

 

Groupe_Pam.jpg

 

Und was tut das PAM nun genau?


 

Das Ziel unserer Schulungen ist den Kinder beizubringen, wie sie sich in Anwesenheit eines Hundes verhalten sollen, um Beissufälle zu verhüten. Kinder werden aus verschiedenen Gründen gebissen, zum Beispiel:

·         der Hund wurde überrascht oder möchte einfach in Ruhe schlafen oder essen, ohne dabei gestört zu werden


·         viele Kinder werden gebissen, weil sie den Hund nicht als Tier wahrnehmen, sondern beim Spielen als Freund oder fast als « Plüschtier ».


·         einige Kinder haben auch Angst vor Hunden und haben wegen dieser Angst falsche Reflexe (den Hund starr anschauen,schreien, wegrennen, mit den Armen fuchteln), die der Hund in seiner Sprache im besten Fall als Einladung, sich zu nähern, im Schlechtesten Fall als Angriff interpretiert.


 

Deshalb liegt ein Schwerpunkt dabei, dem Kind die « Hundesprache » beizubringen und es zu lehren, welches Verhalten beim Hund welche Raktion hervorrufen kann. Dadurch können viele Unfälle verhütet werden!

Das Kind lernt über seine vier Sinne, wie ein Hund « funktioniert »:

1.   Seine Sprache (Töne): Bellen, Knurren,...
 
2.   Die Augen (Sehsinn): Der Hund sieht besonders gut, wenn sich etwas bewegt.
 
3.   Das Gehör: Der Hund hört viel besser, als wir und besonders ganz hohe Töne (Ultraschall, Kreischen)
 
4.  Geruchssinn: Die besonders fein entwickelte Nase des Hundes erlaubt ihn, verschiedene Menschen auseinander zu halten. Mit seinem Geruchssinn hilft er den Menschen: Als Spürhund, Lawinenhund, Drogenhund,...

Nach diesem Theorieteil, können wir die vier « Goldenen Regeln » und die « Diamantregel » einführen, die ein Kind im Kontakt mit einem Hund beachten sollte.

 
Goldene Regeln:
Nicht rennen, ruhig bleiben       

Nicht mit den Armen fuchteln, Arme vor der Brust kreuzen 

Nicht schreien, still sein

Dem Hund nicht in die Augen schauen, den Kopf wegdrehen 

 Diamantregel:
Immer dem Hund rufen, er kommt zu dir, nicht du zu ihm!  Wenn ein Kind mit dem Hund Kontakt aufnehmen will, kommt der Hund zum Kind und nicht umgekehrt!

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Nach all dem Gelernten wird mit « Wooly », einer als Hund verkleideten Erzieherin, geübt und danach mit den PAM-Hunden, die sorgfältig ausgewählt wurden und eine Prüfung absolvieren mussten. So können die Kindern das Gelernte auch praktisch anwenden. Die Erzieherinnen erklären und verbessern, wenn nötig. Kinder, die nicht an den Übungen mit den Hunden teilnehmen möchten, werden nicht dazu gezwungen.

Später werden die Goldenen Regeln und die Diamantregel mit der Lehrerin weiter geübt und vertieft, dazu erhält die Lehrerin oder der Lehrer vom PAM eine Unterrichtsmappe. 

Und die PAM-Hunde ?

Die Hunde im Präventionsprogramm sind erwachsen und bei guter Gesundheit. Sie unterstehen regelmässigen tierärztlichen Kontrollen und sind entwurmt. Sie haben keine Parasiten, die für Kinder gefährlich werden können. Alle PAM-Hunde haben eine gute Sozialisation, sind von ausgeglichenem Charakter und sehr erfahren mit Kindern. Sie vertrauen ihrem Frauchen oder Herrchen und gehorchen auch dann, wenn andere Kinder oder Hunde da sind. Sie sind gut erzogen, stressresistent, bleiben ruhig, können warten und haben keine unerwünschten Verhaltensweise, wie zum Beispiel an Personen hochspringen